Kategorie - Architektur  
  >> Energiehaus, Berufsschule Spittal/Drau
    Jahr:2008
Wvznr: 628
Im vorgelagerten "Energiehaus" wird in einer Polycarbonatfassade eine interaktive Neoninstallation, sowie eine interaktive "Lichtsäule" durch alle 4 Stockwerke gebaut. Kooperatives Projekt mit den Architekten Leiler+Leiler+Hoke
Lichtfassade
Grundlagen

Ort
Energiehaus Abteilung für energietechnische Berufe der Berufsschule Spittal an der Drau, OG, Ausstellungsraum

Thema
Visualisieren der Energiewerte aus den Forschungslaboratorien und dem Energiehaushalt der Schule.
An der Fassade soll in Balkendiagrammen die verschiedenen Energiezustände ablesbar sein, an der Lichtsäule im Inneren des "Energiehauses", die verschiedenen Wärme- und Kältequellen in Lichtfarben dargestellt werden. Die Schüler können per Display die verschiedenen Quellen aufrufen und sich ein sinnlich erfahrbares Bild machen.

Konzept
Die Fassade soll der Schule eine markante Form geben, die emblematisch auch die Funktion des Gebäudes überträgt.
Dies geschieht in mehrfacher Hinsicht:
Der semitransparente Kubus schwebt über der Eingangszone wie eine Blase. Die Außenhaut dieses Kubus wird mit Lichtelementen in eine technisch pulsierende Blase verwandelt, die auch die Nord- und Südflanken des Kubus einschließt. Die verschiedene Farbigkeit differenziert beide „Pole“ (Kälte: blaue Lisenen, Wärme: rote Lisenen) in einem Blockdiagramm als fassadenfüllendes Display.

Die Steuerung wird aus mehreren Systemen gespeist: Von allen Energiesensoren der Gebäude und der Aggregate zur Energiegewinnung (und deren Vernichtung="Energievernichter") sowie die Temperaturen zwischen außen und innen werden in gegeneinander laufenden Bewegungen angezeigt. So wird z.B. an der Aussenfassade mit den roten Balken die Produktion von Energie, mit den blauen Balken der Bedarf an Energie angezeigt.

Technik/Ausführung
Neonlisenen, Neon- bzw. Argon gefüllt im klaren Rohr Ø 15mm werden im Zwischenraum zwischen den Schalen der Fassade abgehängt.
Durch die Streuwirkung der Fassadenelemente (Rodalux) werden die Lichtreflexe zusätzlich beim Vorbeigehen als diffus bewegte Lichtscheine erscheinen.

Andere Formen der Ansteuerung können auch von den Schülern und Lehrern entwickelt werden, die dann über das Interface aus einer Steuerungszentrale des Hauses in das System eingespeist werden können.


System: 28 Lisenen 28 EVG (Dimmer), Interfaces.
Ansteuerung: Digital
Externe Sensor- und Steuerelemente. (Honeywell)
Datenauszüge aus dem zentralen Technikpult (Haus/Honeywell).

Energiesäule
Grundlagen

Ort
Energiehaus Abteilung für energietechnische Berufe der Berufsschule Spittal an der Drau

Thema
Visualisieren von Energieströmen

Konzept
Eine „Energiesäule“ soll alle 4 Stockwerke in deren Foyerbereichen durchdringen.
Die Grundidee der Visualisierung besteht im Umsetzen von Energiepotentialen in Lichtfarben, dh. Temperaturen werden als Lichtfarben in der Säule dargestellt.
Analysen der Energieströme ergeben sich aus Funktionen der Gebäudetechnik, die da sind: Solarenergie, sowohl thermisch als auch elektrisch, Erdwärme, Körper/Raumwärme, u.A.
Diese Energieformen sollen in einem Programm abgearbeitet werden, das sowohl durch manuelles Schalten es ermöglicht die Darstellung auf bestimmte Bereiche zu reduzieren (um im Detail Anschauliches demonstrieren zu können), als auch in einem interaktiven und automatischen Modus Abläufe visualisiert.
Als Beispiel der interaktiven Form könnte das Erfassen einer Person die sich der Säule annähert, gelten, deren Körpertemperatur gemessen wird (Richtsensor, zB. wie er beim Erfassen der Energieeffizienz von Fassaden benutzt wird), und wo dann diese Temperaturänderung unmittelbar die Farbe der Säule verändern wird. Die Farbdarstellung kann das gesamte sichtbare Spektrum durchlaufen.

Andere Formen der Ansteuerung können auch von den Schülern und Lehrern entwickelt werden, die dann über ein Interface aus einer Steuerungszentrale des Hauses in das RGB System eingespeist werden können.

Technik
Ein Edelstahlformrohr (ca 100x100mm), das alle Stockwerke miteinander verbindet durchdringt Böden/Decken in einer größeren Ausnehmung, sodass vom Keller bis zum Dach die Säule durchgehend sichtbar bleibt (Glas- oder Gitterböden im Ausnehmungsbereich). An diesem Formrohr werden RGB Neon- Leuchtsysteme angebracht, die ihr Licht in eine Acrylglasblase (Bsp. Lexan opal, weiß transluzent) abstrahlen. Diese „Blase“ wird aus einer gebogenen Platte, deren seitliche Ränder an den Flanken der Formrohre fixiert ist, gebildet: eine Art „Säule“ entsteht von Stockwerk zu Stockwerk.
An der Rückseite der Säule (Formrohr) können via Tasten verschiedene Programme abgerufen werden, die zB. Solarenergie, Fotovoltaik oder Erdwärme betreffen etc.

System: 14 Module RGB, 14 digitale Dimmer), Interfaces.
Ansteuerung: Digital
Externe Sensor- und Steuerelemente aus der Haustechnik und den Labors.
Datenauszüge aus dem zentralen Technikpult (Haus).

Stockwerkweise Trennung der manuellen Funktionen mittels Tastaturdisplay (Aufschaltung)

ARCHITEKTUR
Leiler+Leiler+Hoke, Villach
BAUHERR LIG Kärnten

LICHTANLAGEN
Neonline, Dusty Sprengnagel, Wien,
Steuerungstechnik: Toni Maroni, Haselund, Deutschland


Aus dem Juryprotokoll (Nominierung zum Landesbaupreis 2008)

Zu- und Umbau Werkstättentrakt Berufsschule Spittal/Drau
Litzelhofenstraße 17, Spittal/Drau
Planung: leiler + leiler + hoke architekten Villach
Bauherr: Landesimmobiliengesellschaft Kärnten GmbH, Klagenfurt

Kommentar der Jury:
Der viergeschossige neue Werkstättentrakt entstand auf schmaler, ost-west-gerichteter Grundfläche an Stelle eines veralteten Lehrgebäudes und ging als Siegerprojekt aus einem landesweiten Architekturwettbewerb hervor. Einen stadträumlichen Akzent und Orientierungspunkt bildet das zur Straße hin auskragende „Energiehaus“ - mit der vom begehbaren Dach mit seinen Kollektorsystemen bis zur Energiezentrale im Souterrain reichenden
„Energieachse“ und mit einer Lichtinstallation von Tomas Hoke in der zweischaligen Glasfassade desGebäudekopfes. Auch die hofseitige Glasfassade vor den Gangflächen und Stiegenhäusern bietet eine rhythmisch gegliederte, klare Struktur und begleitet den Haupteingang von der Straße zum Werkstättenhof. ImGestaltungsniveau und räumlich/lichttechnisch etwas enttäuschend hingegen die Werkstätten- und Klassenräume selbst, die ausschließlich von der Südfront bzw. über einen zur südlichen Grundgrenze vorge-
schobenen Tageslichtgraben - für das Souterrain - belichtet sind. Gerade da wäre es für die alltägliche Nutzung fördernd und lohnend, mindestens dieselbe Gestaltungsintensität einzusetzen und anzubieten, wie sie vorne am „Energiehaus“ so gebündelt auftritt.




 
 
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