Kategorie - Wettbewerbe  
  >> Die Freiheit fängt im Kopf an
    Jahr:2009
Wvznr: 646
Offener weltweiter Wettbewerb: Freiheits- und Einheitsdenkmal Berlin, Schlossfreiheit. Team: The Pure Art Syndicate
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Gestaltungswettbewerb für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin

Die Freiheit fängt im Kopf an. (Heinrich Böll)

Dieses Denkmal soll die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft in einem permanenten Transformationsprozess repräsentieren.

Grundidee
Wie die beiden Gehirnhälften des Menschen eine funktionelle und kommunikative Einheit bilden, so soll auch der wiedervereinigte Staat funktionieren.
Die Membran der Teilung wird durchlässig und verbindend.
Die kommunikative Funktionalität des Denkmals, sowie dessen Konstruktion und spezifische Materialwahl, soll in einem klaren Bild den historisch aufgeladenen Ort zu einem aktiven Platz der Gegenwart transformieren.
Geschichte wird hier als etwas in der Gegenwart Entstehendes begriffen.

Bauwerk
Begehbare interaktive Skulptur als Ort des Austausches und der Reflexion.
Der polierte Edelstahlteil beschreibt das obere Segment eines menschlichen Kopfes; der an diesen „Kopfraum“ angebundene Glaskubus ist gleichzeitig Membran und transportiert nächtens immateriell schwebende Lichtbilder.

Funktion und Inhalt
Die 2 Elemente des Denkmals („Glaskubus/Display“ und „Kopfraum/Terminal“) haben unterschiedliche Funktionen, die miteinander in Verbindung stehen: Der Glaskubus transportiert Bilder nach außen, die gestalterisch aus verschiedenen Quellen kommen: Der Glaskubus als Display kann für Botschaften in Textform, historische Materialien aus Bild- und Filmarchiven, Netzwerkprojekte aus der Gegenwart, Kunst und Studentenprojekte (z.B. aus dem Diskurs zur Identitätsfindung) und vieles mehr genutzt werden.
Im Inneren des polierten „Kopfraums“ können Inhalte aus Datenbanken und Netzwerken an den Terminals abgerufen werden, Informationen und Kommentare in Foren diskutiert, Ausstellungen und Veranstaltungen abgehalten werden.
Programme für die Mediawand können und sollen auch hier erarbeitet werden.
Für den Innenraum gibt es zu definierende Öffnungszeiten; ein in die Glasfassade integrierter Infopoint ist permanent von außen zugänglich.

Städtebauliche Wirkung:
Das Objekt nützt die städtebaulich exponierte Lage um auch seine Wirkung über größere Distanzen halten zu können. Die Ausrichtung parallel zur Fassade des Schlosses und zum Spreekanal dynamisiert und präzisiert die Platzsituation beidseitig des Objektes. So ist die Transparenz des Glaskubus gleichzeitig auch durchlässige Membran zwischen den Zonen.
Die Größe des Objekts entspricht den Maßen des direkt gegenüberliegenden rekonstruierten Barock-Portals des Berliner Schlosses – das neue Denkmal spiegelt damit in stetiger Verwandlung Gegenwart.

Historische Substanz
Der Sockel soll mit dem renovierten ursprünglichen Plattenbelag als historisches Relikt die Basis bilden, und damit dialogisch den historischen Bogen zum neuen Objekt spannen.
Als Begrenzung zum Spreekanal wird ein dezentes Stahlgeländer vorgeschlagen.

Statik/Sockel
Die Auflagepunkte des neuen Denkmals nützen die ursprünglichen Fundamente des ehemaligen Monuments; Betonfundamente für den Glaskubus werden im Zuge der Sanierung im Sockel integriert und verteilen den Druck auf die belastbaren vorhandenen Fundamente.

Aufbau/Ausstattung/Technik

Glaskubus
(L 36 m x B 18 m x T 2 m, Stahltragwerk innen)
Glasfassaden in Schuppenform (= hinterlüftet) (Modulmaß 2 x 1 m)
Mediainstallation:
Der transparente Glaskubus enthält die aus 2000 RGB-LED Leuchtkugeln (aufgefädelt auf eine Stahlseilkonstruktion) bestehende Mediawand, die wie ein Bildschirm bespielt werden kann (beidseitig sichtbar).
Der Glaskubus ist von seinen Schmalseiten her begehbar (= Zugang zum „Kopfraum“; durch Glastüren verschließbar)
Energie aus Photovoltaik:
Die Energie für die Mediainstallation erzeugt der Glaskubus selbst: Photovoltaikmodule bilden das gesamte Dach und sind teilweise in die Westfassade entlang der Tragwerkskonstruktion integriert. Die Energie wird in Akkus gespeichert und nächtens (ab der Dämmerung) für den Betrieb der Mediafassade abgegeben.

Kopfraum
(2 Hemisphärensegmente a´ L 12,5 m x B 5 m x H 6 m)
Hülle: Edelstahl fugenlos verschweißt, hochglanzpoliert.
Die äußere Schale ist beweglich mit dem Tragwerk verbunden (Temperaturbewegung der Schale). Innenschale thermisch isoliert.
Die 2 Hälften können einzeln, wie auch gemeinsam durch mobile Elemente für diverse Aufgaben genutzt werden.
Ausstattung Innenraum:
Ein Ort der Kommunikation und der Information.
Sitzstufen und Terminals sind fixe Bestandteile der Innenausstattung.
Interaktive Terminals (Digitale Materialien aus Datenbank abrufbar: Grundinformation zur Revolutionsgeschichte , Chronik: Audiovisuelle Dokumente, Statements der Gegenwartspositionen etc...), Soundinstallation. Programmierung Mediawand.






 
 
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