Kategorie - Wettbewerbe  
  >> Wettbewerb Augsburg, Landesfinanzamt
    Jahr:2004
Wvznr: 524W
Geladenes Wettbewerbsprojekt
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> Wettbewerbstafel Augsburg
(Datei: 30.sit - [Inhalt: Pläne, Beschreibungen, Ansichten] / Größe 653 kb)
Mutation +/-, -/+
Matrix 0/1, 1/0

Voraussetzung
Ein gemeinsames Thema wird für den Außenraum (Fassade Hochhaus) und für das Foyer (Warteraum) entwickelt.
Ausgehend von der Funktion des Gebäudes als Finanzamt und dessen Auftrag, nämlich ein Steuer- und Abgabensystem zu verwalten, wird der Grundsatz des Gleichgewichts der Transfers als Grundidee verfolgt.

Grundlagen
Steuertheorie
Zweck der Besteuerung: Zuweisungen der ökonomischen Ressourcen für öffentliche Güter, für Benachteiligte oder zur Stabilisierung erfordern zwangsläufig Ressourcenentzug von Besteuerten.
Grundlage dazu ist die gesellschaftliche Übereinkunft des Ausgleichs zum Erhalt eines Gemeinwesens und dessen gemeinschaftlicher Güter.

Die vorliegende künstlerische Gestaltung für das Finanzamt Augsburg Land versucht eine Visualisierung der ausgleichenden Funktionen als Außeninstallation (eine Art programmatisches Logo = Mutation +/-, -/+) in einem seriellen Ablauf von an die Fassade montierten Kuben und Quadern. Die Fassade selbst wird wie ein Display einer Rechenmaschine behandelt (die Gliederung der Fassade wird als Ordnungsnetz betrachtet). Die Abläufe der Veränderungen von unten nach oben und von oben nach unten sollen eine Dynamik des Ausgleichs suggerieren. Die Maße der Elemente haben einerseits Flächenkongruenzen, andrerseits Raumkorrelationen (siehe Details).

Im Innenraum wird jener Bereich als Schnittstelle des Hauses bearbeitet, den der Steuerzahler mit dem Amt teilt. Die Membran (die beiden Glaswände rechts und links des Durchganges zum Servicebereich) wird als durchlässiges Zeichen erkannt und mit zwei Lichtinstallationen dem Thema gemäß bearbeitet. Die Bewegung der Menschen in den Raum und aus dem Raum heraus wird mittels eines Erfassungszählwerkes registriert und datenmäßig verarbeitet.
Beide Displays sind hinter den satinierten Glasflächen als Matrizes angeordnet. Das binäre Zahlensystem ist Grundlage für die Visualisierung.

Resümee
Die Verklammerung des Außenraumes mit dem Innenraum soll durch einfach lesbare Objekte augenscheinlich werden, dass heißt, der Zusammenhang erschließt sich über die Annäherung: Außen ist die Funktion des Gebäudes allgemein dargestellt, innen ist der individuelle Faktor entscheidend für die Gestalt der interaktiv veränderbaren Displays.


Details
Außen: Mutation +/-, -/+
Die Kolonne links (von plus unten bis minus oben) besteht aus Positivformen, die sich von + nach – wandeln, die Kolonne rechts geht den umgekehrten Weg und ist aus Negativformen zusammengesetzt.
Die Veränderungen haben in sich ein Verhältnissystem: Die Aussparungen der Positivformen der linken Kolonne zum Quadrat/Rechteck haben unveränderliche Flächenmasse, auf der rechten Seite sind die Flachenmasse der Aussparungen der Negativformen unveränderlich. Weiters ergeben sich auch Kongruenzen aus den „Quersummen“ in den Volumen. Das heißt, das ganze System entspricht analog dem Energieerhaltungssatz aus der Physik dem Erhalten des Gesamtpotentials.
Die Oberflächenunterscheidung wird durch stark reflektierendem Grobschliff der Oberflächen in der linken Kolonne und der blau gefärbten Oberflächen in der rechten Kolonne verstärkt.

Innen
Matrix 0/1, 1/0
Ein Radarsensor über dem Durchgang erfasst getrennt die Eintretenden und die Austretenden. Die Signale werden digital verarbeitet und den beiden Displays zugeordnet.
Die Displays bestehen aus je einer Matrix zu 16 Stellen, im Quadrat angeordnet. Die Nullen des linken Displays sind rot, die Einsen grün; im rechten Display sind die Nullen blau und die Einsen gelb (Komplementärfarben). Das mattierte Glas vor den Neons wirkt wie ein Weichzeichner.
Steuerung: Einerseits werden Zahlen aus dem Zählwerk digital als binäre Codes dargestellt, andrerseits werden durch programmierte Rechenoperationen „Muster“ und Flächenstrukturen generiert, die eine Korrelation der beiden Displays entlang dem Generalthema augenscheinlich werden lassen.
Herausgegriffen: Wenn zum Beispiel links eine bestimmte Abfolge von Nullen auftaucht, wird sie rechts an den selben Stellen mit Einsen abgebildet. Es ergeben sich unendlich viele Kombinationen, die das Erscheinungsbild der Installation im steten Wechsel verändern. Durch die Interaktive Schaltung wird dem einzelnen Betrachter/Besucher sein Eingreifen in die Konstellationen bewusst.

Technik
Außeninstallation:
Konstruktion
Verschweißte Edelstahlformrohrkonstruktionen direkt mit der Fassade verschraubt.
Die Stirnseite der Kuben/Quadern besteht aus den plastischen (hohl) Raumelementen die zu den Zeichen montiert werden (verschweißt).
Oberflächen
Die Positivformen der linken Kolonne sind rauh hochreflexiv geschliffen, die Lichtfarbe des Umraumes wird das Erscheinungsbild der Edelstahloberfläche beeinflussen.
Die Negativformen der rechten Kolonne sind galvanochemisch blau gefärbt.

Material
Edelstahl Din 4301 und höher legiert.

Statik
Durch das geringe Gewicht der Teile und die mäßige Windangriffsfläche ist die Wandmontage am Hochhaus unproblematisch.


Technik
Inneninstallation
Die beiden Displays werden als Module aus Acrylglas von der Decke abgehängt. Die Technik wird oberhalb der abgehängten Decke im Zwischenraum installiert, daher kann das Gewicht der Module gering gehalten werden, was eine völlig transparente Konstruktion erlaubt.
Die einzelnen Neonelemente sind staubgeschützt im Acrylglaskubus eingebaut, die Zuleitungen werden durch die tragenden Rohre der Aufhängung geführt.
Die Rückseite der Displays in Richtung Servicebereich wird aus transluzentem mattierten grauen (Abdunkelungsfaktor 80%) Acrylglas bestehen.

Steuerung
Ein Doppler-Radarsensor erfasst die Bewegung durch den Durchgang, sowohl die Richtung als auch die Geschwindigkeit der Ein- und Austretenden.
Die verschiedenen Parameter werden in einem programmierten Eprommodul verarbeitet und an die Displays als Ein/Aus Signal an jeden Einzelteil verschickt.
Haltbarkeit
Die Stabilität des Systems, sowohl was die Hard- als auch die Software betrifft, ergibt sich aus dem verwendeten Material: Neons haben eine enorme Lebensdauer, Epromsteuerungen halten selbst bei langem Stromausfall ihre Programmierung.






 
 
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