Kategorie - Kunst im ��ffentlichen Raum  
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    Jahr:2013
Wvznr: 713
Innenhof des Verwaltungsgebäudes "Amalienhof". Kinetisches Hängeobjekt aus überdimensionalen verformten Büroklammern. Edelstahlkonstruktion 15 x 4,5 x1,8 m
Kunst am Bau für ein Verwaltungsgebäude, die funktionsorientierte und symbiotische Ansätze verfolgt, gleichzeitig aber auch die inhaltliche Autonomie behaupten muss, beansprucht interventionistisch den architektonischen Raum, um im wesentlichen überhaupt als Kunst wahrgenommen werden zu können. Nur in dieser Eigenschaft wird sie identitätsstiftend sein.

Motiv
Die Büroklammer ist wohl eines der wandlungsfähigsten Utensilien in einem Büro, insbesondere wenn sie zweckentfremdet – in „kreativen Pausen“ des Büroalltages – künstlerisch verformt wird. Millionen von Büroklammern haben nie ihrer eigentlichen Funktion gedient, sie wurden jedoch zu winzigen mehr oder weniger „künstlerischen“ Objekten am Schreibtisch – und zeugen von der Kreativität des Homo ludens.
Die klassische Sachs-Büroklammer als durchgehendes Motiv verklammert die unterschiedlichen Bereiche des Hauses: als horizontales Leitsystem (nicht realisiert) im gesamten Komplex und als vertikale 5-teilige kinetische Skulptur im Innenhof.

Architektur
Die architektonische Struktur des Innenhofs, der sich zwischen Alt- und Neubau südseitig mit einer erhöhten Terasse entwickelt, wird mit einem hängenden mehrteiligen Objekt bespielt. Das Objekt ist über alle Stockwerke, sowohl von innen als auch von außen präsent. Die spielerische Sprache des Objekts kontrastiert auch die strenge Architektur und reagiert auf die Fassadenmaterialien.

Objekt
Kinetisches Hängeobjekt im Innenhof
Aus 5 verschieden verformten (und maßstabgetreu vergrößerten) Büroklammern wird eine bewegliche Kette gebildet, die wie ein Mobile vom obersten Stock bis ins Erdgeschoß reicht und damit alle Stockwerke verbindet. Ein Arm des obersten Segmentes der Kette wird horizontal am Dach des Verbindungstraktes verankert.

Technik
Die einzelnen Elemente werden aus Edelstahlrohren gebogen und chaotisch verschliffen.
Die einzelnen Elemente sind in Lagern zueinander beweglich verbunden, die Lagertaschen bestehen aus Kunststoff damit bei Bewegung keine Geräusche entstehen.
Maße: 1500x x 180 x 450 cm




„Ich befasse mich seit Jahren mit den Neurowissenschaften, die oft in meine Ideenfindung einbaue: In den letzten Jahren ist in der Hirnforschung, speziell was unsere kognitiven Fähigkeiten und deren Aufmerksamkeitskurven betrifft, einiges klarer geworden.

Im vorliegenden Fall habe ich mir die Arbeitspause, speziell den kurzen Moment des Abdriftens ins Beiläufige, vorgenommen. Diese kurzen Ausblendungen aus dem Büroalltag sind ganz wesentliche Momente, in denen unser Hirn im Hintergrund seine Verschaltungen ordnet. Genau in diesem Moment passieren fast automatisch kreative Äußerungen, sei es Gekritzel u.Ä., oder eben das Verbiegen von Büroklammern.

Ich habe dieses kleinste Objekt am Schreibtisch um den Faktor 1000 vergrößert, als Hinweis, dass die Keimzelle einer Idee oft in einer Entspannungsphase entsteht und dann, bewusst geworden, einem Wachstumsprozess unterliegt.

Die einzelnen Objekte aufzufädeln und so die ineinandergreifende Vernetzung darzustellen, war dann die logische Folge.“





 
 
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