Kategorie - Ausstellungs-dokumentation  
  >> :Helden!
    Jahr:1999
Wvznr: A431
Ausstellung :Helden!, Galerie im Schloss Porcia, Spittal an der Drau
Ein Arsenal von Körpern ? in Teilen
Ersatzteillager für künftige Verluste

Das Genre »Held werden ? Held sein« ist so vielgestaltig wie das Milieu in dem Helden erkannt werden. Ihnen ist eines gemeinsam: Sie werden gemacht. Dazu bedarf es eines Arsenals an Versatzstücken. Solche »Devotionalien« werden in dieser Ausstellung in Szene gesetzt, gemacht als Teile für das Spiel: Der Held besteht aus seinen Ersatzteilen.
Tomas Hoke 1999

Text Katalog: Manfred Moser:

Ein buckliger Held symbolisiert Schlappheit, geht also nicht. Er hat keine Freizeit, ist immer unterwegs, weshalb es wenige Porträts von ihm gibt. Sein Gesicht ? man sagt auch Antlitz ? behält immer Kontur, sogar nach durchwachter Nacht. Die Augen schauen wundersam in die Ferne, das Nächstliegende durchdringend.
Zuweilen schweift der Blick ab, oder er verhüllt sich.

Der Held ist ein Typ. Zeigt er Charakter, fällt er auseinander. Seine Physiognomie ist sehr einfach zusammengesetzt.

Helden kommen meist aus der Ferne, von einer Insel oder aus einem abgelegenen Tal ? man weiß nicht genau ? und erreichen nach glücklich überstandenen Gefahren die Orte, wo große Dinge anstehen. Die Nachwelt registriert sie genau, stellt Gedenksteine auf, mit Angaben der Aufenthaltsdauer und einem Sinnspruch dazu. Irgendwann muss der Held aufgehört haben, zu Fuß zu gehen. Menschen auf dem Wagen oder Pferd sind Fußgängern überlegen. Sie können besser sehen.

Der Held stirbt nicht im Bett.

Hat er Glück, wirft er die starken Arme hoch oder sinkt in die Knie, hat er Pech, ist er nicht weniger hingerissen.

Katalog :Helden! mit Texten von Tomas Hoke, Manfred Moser und Bildern von Tomas Hoke und Wilhelm Moser




 
 
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